Fotoausstellung: „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Melzow“, 20.07. bis 30.11.2019

Portraits der aktuellen Mitglieder der FFW Melzow, anlässlich des 100 jährigen Jubiläums
Fotoausstellung von Soany Guigand, vom 20.07. bis 30.11.2019

Die Feuerwehr ist in ganz Deutschland und Europa über die Notrufnummer 112 erreichbar. Soviel wusste ich, als wir vor zwei Jahren endgültig nach Melzow zogen. Mein Freund meinte zu mir, sobald wir hier unseren festen Wohnsitz haben, werde ich in die Freiwillige Feuerwehr Melzow eintreten. So geschah es!

Seitdem ruft ihn die Sirene. Es ist nie der richtige Zeitpunkt. Den ersten Einsatz werde ich nie vergessen. Als wir als Familie weit von zuhause mit Laufrädern, zwei kleinen Kindern und Sack und Pack plötzlich ohne Papa da standen. Mir war eher nach „bitte bleib da“, dagegen sagte ich laut „na renn los, wir kommen schon klar“! Mit der Zeit haben wir uns an diese plötzlichen Momente gewöhnt, an denen für den Feuerwehreinsatz einfach alles liegen gelassen wird. Die Kinder sind soooooooo stolz auf den Papa und jetzt schon groß genug um bei der Jugendfeuerwehr mit dabei zu sein. Was für eine Freude! Jeden dritten Mittwoch, nachmittags, zittern wir dennoch, obwohl da nur der Testalarm läutet. 

Ich wusste nicht, dass Berufsfeuerwehrleute in der Minderheit sind. Rund 95 % der Feuerwehrleute in Deutschland sind ehrenamtlich organisiert. Sie bekommen für den Dienst an der Allgemeinheit kein Geld! Bei den restlichen 5 % handelt es sich um Berufsfeuerwehrleute, Werkfeuerwehrleute oder so genannte hauptamtliche Kräfte (zusammen etwa 50.000 in ganz Deutschland). Ehrenamtliche Feuerwehrleute üben „normale“ Berufe aus. Der Weg zu einer aktiven Feuerwehrmitgliedschaft führt normalerweise über die Jugendfeuerwehr. Bei Erreichen der Altersgrenze erfolgt der Übertritt in die aktive Wehr. Aber selbstverständlich sind jederzeit auch Quereinsteiger willkommen, so wie mein Freund. Bewerber können sich ganz einfach bei der für ihren Wohnort zuständigen Freiwilligen Feuerwehr melden, in der Regel beim Chef (Ortsbrandmeister, Kommandant, Wehrführer).

Zum 100 jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Melzow, habe ich mir als freies Projekt vorgenommen, diesen Freiwilligen ein Gesicht zu geben.  In erste Linie um euch Freiwillige zu ehren und zu feiern. Denn ohne euren Einsatz, blieben wir in vielen Notsituationen uns allein überlassen. Danke für euer Engagement.

Soany Guigand 

Fotoausstellung: „Bedingungslose Gnade“, 27.04. bis 15.07.2019

Fotos aus dem Staatsgefängnis in Horsens (Dänemark)
Fotoausstellung vom 27.04. bis 15.07.2019

„Der Mensch weiß wohl um das Gute, auch wenn er es nicht tut“ 
        (Hildegard von Bingen, 1098-1179) 

Der Fotograf, Bent Riis, 1954 geboren und mit zahlreichen Ausstellungen  in Galerien und Museen vertreten, streifte zusammen mit dem Gefängnispfarrer Carl Lomholt durch das Staatsgefängnis von Dänemark in Horsens. Auf seinen Exkursionen vom Keller bis zum Dachboden hielt er Details jenseits des Nato-Stacheldrahts und der Ringmauern fest, die sonst nur von denjenigen bemerkt werden, die gezwungen sind, Tag für Tag, Jahr für Jahr in der Haftanstalt zuzubringen. 

Die Fotos öffnen uns den Blick für die kleinen Dinge des Lebens am Rande des Alltäglichen. Auch wir sind Wartende, wartend darauf, daß ein Mensch unsere Sehnsüchte teilt. Deshalb hängen diese Bilder hier im Wartehäuschen.

Sucht birgt Sehnsucht, die Sehnsucht nach Wahrnehmung, Geborgenheit und dem Dazugehören. Schmal ist der Grat zwischen Sehnsucht und Sucht, schmal zwischen dem Rand und der Mitte unserer Gesellschaft. Aber keine Mitte existiert ohne Rand. 

Carl Lomholt hörte den Gescheiterten zu, in ihrer Sucht Gefangenen und im Gefängnis Gelandeten, und verwandelte ihre Sehnsüchte in Worte – er war einer, der an sie glaubte. Carl Lomholt wurde 1932 in Kopenhagen geboren. Er war Pfarrer in Aalborg, Esbjerg und zuletzt im Staatsgefängnis von Dänemark. Er lebt mit seiner Frau in Horsens. 

Die Fotos sind einer kleinen Predigtsammlung von Carl Lomholt entnommen. Sie erschien im Jahr 2000 in Dänemark und wurde 2018 ins Deutsche übersetzt (siehe Ansichtsexemplar). 

Melzow, im April 2019
Jörg Wappler